19:02:53 | Dienstag, 31. Oktober 2006
Der Halloween-Klamauk ist Teil der Dämonisierung der Gesellschaft. Diese dient vor allem einem Götzen. Von Hubert Hecker.

(kreuz.net) Im Herbstdunkel früherer Zeiten herrschte bei Kindern der Brauch, die Leute mit fratzen-
geschnittenen Lichter-Rüben zu erschrecken.
Diesem unschuldigen Kindervergnügen werden seit einigen
Jahren ein altheidnisches Weltbild und eine neudämonische Verschreckungsliturgie übergestülpt.
Sowohl
hinter den Halloween-Verkleidungen wie hinter der sogenannten „Jack O’Lantern“-Kürbisdekoration steht
ursprünglich der Glaube an Totengeister.
So erklärt die keltische Samhain-Legende, daß man umherschwirrende
Totengeister mit Verkleidungen, Geschrei und Drohungen vom Körperklau abhalten könne.
Von diesem seltsamen
Geisterglauben sind im Zeitalter des totalen Marktes nur noch gruselige Kostüme, Dekorationen und Verschreckungsliturgien
übriggeblieben.
Mit den
Halloween-Sammeltouren der Kinder wurde allerdings auch das ursprüngliche Drohelement
übernommen.
Es wäre aber verkürzend, den modernen Halloween-Spuk, der sich innerhalb einer Dekade
flächendeckend durchgesetzt hat, als bloße Vermarktungsstrategie zu sehen.
Halloween traf im Westen
auf das esoterisch-kultische Bedürfnis, Grusel, Geister und Gespenster zu spielen und sich mit Zauberern,
Hexen und Dämonen zu beschäftigen.
Der Halloween-Klamauk ist also kein isoliertes Phänomen. Er steht
im Kontext einer verniedlichenden Dämonisierungs-Propaganda.
Ein anderes Beispiel dafür ist die Hexe.
Sie gilt schon lange als beliebte Verkleidungsgestalt oder schicke Form der feministischen Selbstinszenierung.
Zauberer, schwarze Magie und böse Geister, die in den Mythologien die schlechten Kräfte dieser Welt
repräsentieren, werden in angeblich harmlose Dekorationsfiguren verwandelt.
Selbst der Teufel ist zu
einer Faschings-Karikatur geworden.
Seit Harry Potter als Zauberlehrling durch die Kinderköpfe geistert,
gilt die irreale Welt dämonischer Kräfte als der pädagogische Zauberstab für kindliche Lese- und Weltbildung.
Doch genau hier liegt der Hund begraben.
Dieser Zeitgeisttrend führt zu einer Verharmlosung des Bösen.
Negative Kräfte werden plötzlich mit einem positiven Vorzeichen versehen.
Dunkle, destruktive Mächte
erscheinen in hellem Licht. Das Dämonische wird als banaler Nervenkitzel hingestellt.
Diese kulturelle
Zelebrierung von Grauen und Grusel, von Blut und Ekel führt auch zu einer Abstumpfung im Angesicht schlimmer
gesellschaftlicher Entwicklungen.
Das Leben in einer blutigen Geister- und Dämonenwelt verschiebt die
Mitgefühle für geschundene Menschen sowie die Wertekoordinaten für Lebensrecht und Mitleid.
Alle lebensfeindliche
Fanatismen dieser Welt besitzen den Teufel als Einpeitscher.
Zugleich wird an allen dämonischen Wirkmächten
unserer Zeit Geld verdient.
Darum schließt sich der Kreis, wenn Firmen mit weiblichen Teufelchen für
ihre Verführungsprodukte werben oder ihre Suchtwerbung mit aalglatten Schönlingen kaschieren.
In dieser
schönen neuen Verkaufswelt gibt es nichts Böses mehr.
Alles ist erlaubt, was verkauft und gekauft wird.
Die einzige moralische Grenze im Schlaraffenland der Warenwelt ist das verfügbare Einkommen.
Denn auch
die Welt der Dämonen wird vom Geld regiert.
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Regina 1961 08:36:49 | Donnerstag, 2. November 2006
#23
OnanIV 20:33:53 | Mittwoch, 1. November 2006
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Malachias † 16:09:27 | Mittwoch, 1. November 2006
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Breze 15:52:23 | Mittwoch, 1. November 2006
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FritzG 08:50:35 | Mittwoch, 1. November 2006
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Breze 23:40:33 | Dienstag, 31. Oktober 2006
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Romulus 21:39:45 | Dienstag, 31. Oktober 2006
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Malachias † 21:34:37 | Dienstag, 31. Oktober 2006
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Romulus 20:58:08 | Dienstag, 31. Oktober 2006
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Nanny Ogg 20:02:38 | Dienstag, 31. Oktober 2006
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Malachias † 19:52:39 | Dienstag, 31. Oktober 2006
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Breze 19:44:06 | Dienstag, 31. Oktober 2006
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laikos 19:33:12 | Dienstag, 31. Oktober 2006