18:15:08 | Donnerstag, 2. November 2006
Er stammt aus einer katholischen Familie. Als Polizist erschoß er in Notwehr einen Drogensüchtigen. Dann wurde er Bischof der US-Episkopalkirche.

Bischof der US-anglikanischen Diözese Los Angeles, Jon Bruno
(kreuz.net) Jon Bruno (59) ist der Bischof der US-anglikanischen Diözese von Los Angeles.
Die Anglikaner
in den USA nennen sich Episkopalkirche.
Die Diözese von Jon Bruno besitzt 147 Kirchen und etwa 85.000
Mitglieder.
In der von Flügelkämpfen zerrissenen US-Episkopalkirche gehört Bruno zur liberalen Partei.
Gleichzeitig gilt er – nach Angaben der Tageszeitung ‘Los Angeles Times’ – als Versöhner und Friedensstifter.
In den Vereinigten Staaten haben sich bereits 100 bis 150 Gemeinden von der liberalen US-Episkopalkirche
losgesagt. Viele schließen sich afrikanischen Anglikanern an, die in der Frage der Homo-Ideologie und
Frauenordination als konservativer gelten.
Nächsten Samstag wird zum Beispiel Frau Katharine Jefferts
Schori als erster weiblicher Primas in der Geschichte der Anglikanischen Gemeinschaft ordiniert.
Bruno
ist Vater einer Tochter und zweier Söhne. Er besitzt vier Enkel. Seine kirchlichen Vorbilder sind der
Heilige Thomas von Aquin und der anglikanische Bischof aus Südafrika, Desmond Tutu.
Im Jahr 2005 mußte
dem muskulösen und großgewachsenen Anglikaner der linke Fuß abgenommen werden.
Er hatte sich bei einem
amtlichen Besuch in England eine Infektion geholt.
Es heißt, daß er sich täglich dreimal eine Stunde
ins Gebet vertieft.
Geboren wurde Bruno als Sohn einer katholischen Schneiderfamilie.
Im Alter von zwölf
Jahren fühlte er eine Berufung zum katholischen Priestertum:
„Doch als ich mich später stärker damit
zu befassen begann, dachte ich mir: Was ist dieses Zeug mit dem Zölibat?“
Durch seine Freundin, die
später seine erste Frau wurde, lernte er als 16jähriger die Episkopalkirche kennen:
„Ich ging mit ihr
zur Kirche, weil sie hübsch war. Ich weiß nicht, ob ich heute ohne sie Anglikaner wäre.“
Während
seiner Ausbildung brach Bruno mit dem Katholizismus und wurde Mitglied der Episkopalkirche:
„Die Römische
Kirche sagte mir »Sei einfach gehorsam und stelle nicht zu viele Fragen«, statt mich anzuleiten, den
Verstand zu gebrauchen und mich von meinem Gewissen leiten zu lassen.“
Zuerst wurde Bruno Polizist. Bei
einem Nachteinsatz schoß ein Drogensüchtiger auf ihn. Bruno feuerte zurück und tötete ihn.
Obwohl
es sich um einen klaren Fall von Notwehr handelte, wurde Bruno von diesem Ereignis sehr erschüttert.
Ein Jahr lang wurde er von Alpträumen heimgesucht.
Die Träume hörten auf, als ein Episkopalpriester
an ihm einen Bußritus vollzog und ihm die anglikanische Absolution gab.
1978 wurde Bruno zum anglikanischen
Priester ordiniert.
In seiner ersten Pfarrei bestanden scharfe Gegensätze zwischen älteren konservativen
und jüngeren homosexuellen Pfarreimitgliedern. Bruno baute ein großes Aids-Hilfsprogramm auf.
1999
wurde Bruno zum anglikanischen Bischof gewählt.
Als Bischof segnete er das Homo-Konkubinat eines seiner
Priester. Er unterstützte auch die Wahl des
Homo-Ideologen Gene Robinson zum Bischof der anglikanischen
Diözese New Hampshire.
Als sich vier Pfarreien wegen Brunos Homo-Politik von der Diözese lossagten,
zögerte der Episkopalbischof nicht, sie vor Gericht zu verklagen.
Edward Little – konservativer anglikanischer
Bischof von Northern Indiana – sagt über Bruno:
„Jon will ein großes Zelt schaffen, wo Liberale und
Konservative zusammensein können. Aber es ist sehr schwierig, die Leute in einer polarisierten Zeit zusammenzuführen.“
Brunos Kirchenpolitik basiert auf seiner Auslegung der Bibel: „Die Bibel ist eine Anleitung, keine Art
von Handschellen oder Zwangsjacke. Da gab es einen Kerl namens Jesus Christus der die Bibel links, rechts
und in der Mitte verletzte. Persönlich glaube ich, daß Gott will, daß wir gut zueinander sind.“
Sollten
seine abgespaltenen Pfarreien bei den Anglikanern von Uganda aufgenommen werden, will er sich mit ihnen
versöhnen:
„Ich bin mit den jüdischen Brüdern, den islamischen Brüdern, den presbyterianischen Brüder
versöhnt. Ich will mich auch mit den Anglikanern von Uganda versöhnen.“
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